Abschied, der ein Anfang war

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Eine Tür fällt ins Schloss. Laut. Unwirklich. An diesem kalten Dezembertag.

Schritte hallen nach. Treppenstufen knarren. Sie geht. Worte bleiben. Ihre Stimme gefangen in den leeren Räumen. Verfangen im Gemäuer. Bei Tag und bei Nacht. Ein Echo der vergangenen Jahre. Drohgebärden. Demütigungen. Worte wie Trommelwirbel und Paukenschläge.

Tage vergehen. Wochen. Monate. Es ist, als sprächen die Wände. Unerbittlich. Unermüdlich. Vor und nach Mitternacht. Misstöne dringen durch die Ritzen des Mauerwerks. Sprengen die Fugen der Steine. Höhlen aus. Mauern werden marode. Stürzen ein.

Nachts sind die Flure beleuchtet. Helligkeit, damit die dunklen Worte in den verriegelten Räumen harren. Nicht ans Licht kommen. Ein Haus, das im Licht der Scheinwerfer steht, trotzig, selbst in den dunkelsten Stunden. Licht, das das Böse verdrängt, abwehrt, überstrahlt bis die Sonne aufgeht.

Worte wie Schwerter verlieren an Kraft. Der Klang der vergangenen Zeit wird leiser. Irgendwann ist er verstummt. Nur noch blasse Erinnerung. Überdeckt von den Melodien des Klaviers, dessen Klänge Haus und Garten einfärben. Von Frohsinn und Freiheit erzählen. Etuden eines neuen Lebens. Töne, die jubeln, aufgehen wie die Blüten der Apfelbäume. Durch den grünenden Garten schwirren. Ton um Ton mit dem Flug der Bienen. Frühling verdrängt auch den letzten leisen Ton der fliehenden, düsteren Jahre.

Anfang. Zauber wunderbarer Zeiten.

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