Zeit des Abschieds

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Dieser Morgen nach dem großen Abschied. Still und suchend. Selbst über der Sonne liegt ein Schleier, als gebe sie die Realität nicht frei. Der Weg führt durch den Tannenwald bis zu jenem Meer aus bunten Rosen, bis zu jenem Gruß auf dem geschrieben steht „Alles hat seine Zeit“. Die Zeit geboren zu werden und zu sterben. In die Welt hineinzukommen und sie wieder zu verlassen. Freudentaumel und tiefe Trauer. Ein Mensch ist gegangen, leise. Alles erinnert, nichts ist mehr greifbar. Alles hat seine Zeit, auch das Loslassen. Verzeih, deine Hand in meinen Händen, immer noch. Für immer.

Tot ist überhaupt nichts

Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus den Sinn sein,
nur weil ich aus den Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.

Spielt, lächelt, denkt an mich.

Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch,
irgendwo
sehr nah bei euch.

Alles ist gut.
Annette von Droste-Hülshoff

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