Vom Wunder der Wahrheit

 

Schreiben ist für mich intensive Arbeit. Es gilt Menschliches zu erfahren, zu verstehen, zu verdichten. Ich schreibe jenseits fiktiver Geschichten, die oberflächlich daherkommen und zu tausenden erzählt werden. Meine Erzählungen sind entstanden aus dem Erleben, aus Erlebtem. Es gibt für mich nichts Interessanteres, als Biografien zu erkunden, als das Leben von Menschen zu ergründen und zu verstehen. Das will ich festhalten, um das Leben wertzuschätzen.

Heute arbeite ich an einem Familienroman. Erkenntnisse eines Lebensabschnittes werden in Worte gekleidet. Dem gelebten Leben ein neues Kleid geschneidert. Dadurch erlangen diese Jahre Einzigartigkeit, Struktur und eine gewisse Ordnung oder Form. Welche Farbe wird dieses Kleid haben? Welches Muster? Welche Form?

Worum geht es? Um das Sein. Es geht um ein Familiengeheimnis. Darum, dass Generationen etwas bewahren, an einer unwahren Vermutung festhalten, die die Saat für Verstrickung, für tiefes Misstrauen bis hin zu einer schleichenden Zersetzung ist.

Ein Roman mit der Botschaft oder dem Appell an Mut und Wahrheit. Offenheit und Mut gebären Freiheit. Egal ob schwarz oder weiß, ob gut oder böse. Wahrheit ist die Wurzel von Wahrhaftigkeit, von Aufrichtigkeit. Von einem Umgang miteinander auf Augenhöhe.