Einfach nur bleiben

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Schreiben ist für mich eine sehr intensive Arbeit. Es gilt Menschliches zu erfahren, zu verstehen, zu verdichten. Ich schreibe jenseits fiktiver Geschichten, die oberflächlich daherkommen und zu tausenden erzählt werden. Meine Erzählungen sind entstanden aus dem Erleben, aus Erlebtem. Es gibt für mich nichts Interessanteres, als Biografien zu erkunden, als das Leben eines Menschen zu ergründen und zu verstehen. Das will ich festhalten, um das Leben wertzuschätzen.

Ich bin glücklich, an meinem neuen Roman arbeiten zu können. Es sind einige  Jahre vergangen, erst heute bin ich bereit, die Erkenntnisse dieses Lebensabschnittes in Worte zu kleiden. Dem gelebten Leben ein Kleid zu schneidern. Dadurch erlangen diese Jahre Einzigartigkeit, Struktur und eine gewisse Ordnung oder Form. Welche Farbe wird dieses Kleid haben? Welches Muster? Welche Form?

Worum geht es? Nicht um Menschen. Es geht nicht um das Sein. Es geht um ein Familiengeheimnis. Darum, dass Generationen etwas bewahren, an etwas festhalten, das nicht lebt. Oder doch?