Vierter Frühling

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Der Winter lässt los, ist verweht. Überall unter freiem Himmel finden Begegnungen statt. Begegnungen mit den Boten des Frühlings. Jener Jahreszeit, die man riechen kann, in der die Morgen licht und leicht beginnen. Ich streife mit den Genen des Großvaters durch den grünenden Garten. Auf der Jagd nach Blüten und Bienen. Nach dem Duft von Honig und diesem allgegenwärtigen leisen Summen in der Luft. Am Himmel eine zarte Bläue, die den Blick magisch anzieht, ja hineinzieht in die Endlosigkeit. Auf der knorrigen Bank, unter welcher Osterglocken ihre blonden Köpfe der Sonne entgegen recken, trinke ich meinen heißen Kaffee an diesem kühlen Morgen. Meine Blicke berühren die noch winterkahlen Ginkgos, deren Blätter sich so spät entfalten. Schwerfällig bisweilen. Und ganz anders als jene der Zierapfelbäume, die im frühen Frühling ihr Grün hinauswerfen, als könnten sie es kaum erwarten, die Sonne zu sehen. Jeden Morgen verbringe ich unter freiem Himmel, staunend vor diesem Wunder, dass alles sich öffnet, keimt und knospt. Tag für Tag wächst auch das Licht und das Grün geht über in ein heiliges Blau, welches Tag und Nacht nicht vergehen wird. Untrügliches Zeichen für das Ankommen in einem satten Sommer.

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